Haus renovieren: Kosten, Tabelle und die richtige Reihenfolge
Was es kostet, ein Haus zu renovieren, hängt vor allem vom Umfang ab. Eine reine Schönheitsrenovierung beginnt bei etwa 100 Euro pro Quadratmeter, eine Komplettrenovierung mit Bad, Elektrik und Fenstern liegt meist bei 800 bis 1.200 Euro. S Immobilienpartner zeigt die Kosten als Tabelle, erklärt die richtige Reihenfolge und nennt die Förderung, die 2026 gilt. So können Sie als Eigentümer, Käufer oder Erbe das Budget realistisch planen.
Das Wichtigste in Kürze
- Schönheitsrenovierung: etwa 100–350 €/m², Teilrenovierung 400–800 €/m², Komplettrenovierung 800–1.200 €/m².
- Reihenfolge: erst Schäden beheben, dann Dach, Fassade und Fenster, danach Technik, zuletzt Innenausbau.
- Puffer: 10–20 % für versteckte Mängel einplanen.
- Förderung gibt es vor allem für energetische Maßnahmen; für Handwerkerlohn lässt sich zusätzlich die Steuer senken.
Haus renovieren: Kosten pro m²
Die Hausrenovierungskosten lassen sich nach Umfang in drei Stufen einteilen. Die Werte beziehen sich auf die Wohnfläche und sind Richtwerte für 2026.
| Umfang | Typische Arbeiten | Kosten pro m² | Haus mit 120 m² |
| Schönheitsrenovierung | Streichen, Tapezieren, neue Böden, kleine Reparaturen | 100–350 € | 12.000–42.000 € |
| Teilrenovierung | Zusätzlich Bad, Küchenanschlüsse, Elektrik teilweise, Türen | 400–800 € | 48.000–96.000 € |
| Komplettrenovierung | Zusätzlich Fenster, Heizung, Leitungen, Dämmung | 800–1.200 € | 96.000–144.000 € |
Muss das Haus bis auf das Tragwerk zurückgebaut werden, handelt es sich um eine Kernsanierung mit 800 bis 2.500 Euro pro Quadratmeter. Die Details dazu stehen im Ratgeber Kernsanierung Kosten.
Haus renovieren Kosten: Tabelle nach Maßnahme
Für die Budgetplanung ist eine Kostentabelle nach einzelnen Maßnahmen hilfreicher als eine Gesamtsumme. Die folgenden Richtwerte gelten inklusive Einbau durch einen Fachbetrieb.
| Maßnahme | Richtwert | Einfamilienhaus (typisch) |
| Wände und Decken streichen | – | 3.600–6.800 € bei 120 m² |
| Bodenbelag verlegen (Laminat, Vinyl, Fliesen) | 25–90 €/m² | 3.000–10.800 € bei 120 m² |
| Innentüren | 300–800 € pro Stück | 2.400–6.400 € bei 8 Türen |
| Badezimmer komplett | 8.000–20.000 € pro Bad | – |
| Elektroinstallation neu | 80–150 €/m² Wohnfläche | 9.600–18.000 € |
| Fenster, Dreifachverglasung | 500–1.200 € pro Stück | 6.000–14.400 € bei 12 Fenstern |
| Kellerdecke dämmen | 20–60 €/m² | 1.800–5.400 € |
| Oberste Geschossdecke dämmen | 20–70 €/m² | 2.200–7.700 € |
| Fassade dämmen (WDVS) | 130–250 €/m² Fassadenfläche | 19.500–37.500 € |
| Dach neu eindecken und dämmen | 200–350 €/m² Dachfläche | 22.000–38.500 € |
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | – | 27.000–40.000 € |
Richtwerte vor Förderung. Regionale Preise und der Zustand des Hauses können deutlich abweichen.
Nutzen Sie die Tabelle als Vorlage für Ihre eigene Kostentabelle: Tragen Sie je Maßnahme das eingeholte Angebot, die Materialkosten und einen Puffer ein. So sehen Sie früh, welche Bereiche das Budget treiben und wo Sie sparen können.
Was die Kosten einer Renovierung beeinflusst
- Baujahr und Zustand: Feuchtigkeit, Risse im Mauerwerk, ein undichtes Dach oder veraltete Leitungen müssen vor jeder Verschönerung behoben werden und treiben die Kosten.
- Ausstattungsstandard: Massivholzparkett kostet deutlich mehr als Laminat, Designarmaturen mehr als Standardmodelle.
- Regionale Handwerkerpreise: In Ballungsräumen wie Köln, Bonn und Düsseldorf liegen Stundensätze und Wartezeiten oft höher als auf dem Land.
- Versteckte Mängel: Viele Schäden zeigen sich erst während der Arbeiten. Planen Sie deshalb 10 bis 20 Prozent Puffer ein.
- Rechtliche Vorgaben: Denkmalschutz, Bebauungsplan und energetische Anforderungen können Material und Umfang vorgeben.
Für Laien lohnt sich vor dem Kauf oder der Planung ein Bausachverständiger. Er deckt verborgene Mängel auf, und sein Gutachten macht Ihre Kostenschätzung deutlich belastbarer als jeder Online-Rechner.
In welcher Reihenfolge renoviert man ein Haus?
Die richtige Reihenfolge spart Geld, weil fertige Bereiche nicht wieder aufgerissen werden müssen. Als Grundregel gilt: Schäden vor Verschönerung, außen vor innen.
- Bestandsaufnahme: Zustand prüfen, Mängel dokumentieren, Maßnahmenliste nach Dringlichkeit erstellen.
- Schäden beheben: Feuchtigkeit, Risse, undichtes Dach, marode Leitungen.
- Gebäudehülle: Dach, Fassade, Fenster und Außentüren, Dämmung.
- Haustechnik: Heizung, Elektrik, Wasser- und Abwasserleitungen. Eine neue Heizung wird erst nach dichten Fenstern und Dämmung richtig ausgelegt.
- Innenausbau: Putz, Estrich, Bad, Böden.
- Oberflächen: Malerarbeiten, Türen, Endmontage.
Teilen Sie Ihre Maßnahmenliste in drei Gruppen: notwendige Reparaturen, sinnvolle Modernisierungen und optionale Wünsche wie Sauna oder Hausautomation. Reicht das Budget nicht für alles, fallen zuerst die Wünsche weg.
Kosten sparen durch Eigenleistung
Eigenleistung senkt vor allem die Lohnkosten. Gut geeignet sind Entrümpeln, Tapeten entfernen, Malerarbeiten, Laminat oder Vinyl verlegen und das Abdecken der Baustelle. Elektrik, Heizung, Gas, Statik und Dach gehören dagegen in die Hände von Fachbetrieben. Fehler dort verursachen Folgekosten und können die Sicherheit gefährden. Beachten Sie außerdem: Eigenleistung ist nicht förderfähig und verlängert oft die Bauzeit.
Förderung und Steuervorteile 2026
Zum 21. Juli 2026 wurde die Bundesförderung für effiziente Gebäude reformiert. Für eine Hausrenovierung sind vor allem diese Möglichkeiten relevant:
| Möglichkeit | Wofür | Konditionen 2026 |
| BAFA-Zuschuss (BEG EM) | Dämmung, Fenster, Außentüren | 15 % der förderfähigen Kosten |
| KfW-Heizungsförderung | Neue Heizung, z. B. Wärmepumpe | 30 % Grundförderung plus Boni, höchstens 70 % bzw. 80 %; förderfähige Kosten höchstens 28.000 € |
| Steuerbonus § 35c EStG | Energetische Maßnahmen im selbst genutzten Haus | 20 % der Kosten über drei Jahre, höchstens 40.000 € |
| Handwerkerbonus § 35a EStG | Lohnkosten für Renovierung im selbst genutzten Haus | 20 % der Arbeitskosten, höchstens 1.200 € pro Jahr |
Für dieselbe Maßnahme können Sie nur einen dieser Wege nutzen. Anträge bei BAFA und KfW müssen vor der Auftragsvergabe gestellt werden. Auch Länder und Kommunen fördern teils eigene Maßnahmen, etwa Barrierefreiheit oder denkmalgerechte Renovierungen.
Bei vermieteten Häusern gilt eine Besonderheit: Renovierungskosten in den ersten drei Jahren nach dem Kauf, die ohne Umsatzsteuer 15 Prozent der Gebäude-Anschaffungskosten übersteigen, sind nicht sofort absetzbar und werden über die Abschreibung verteilt.
Renovieren vor dem Verkauf: Lohnt sich das?
Eine umfassende Renovierung vor dem Verkauf rechnet sich selten, weil Käufer eigene Vorstellungen haben und die Kosten meist nicht vollständig im Preis wiederfinden. Sinnvoll sind dagegen kleine Maßnahmen mit großer Wirkung: Schäden reparieren, Wände neutral streichen, aufräumen. Wie Sie Ihr Haus ohne große Investition ansprechend präsentieren, zeigt unser Ratgeber zum Home Staging. Ob sich Renovieren oder Verkaufen im jetzigen Zustand mehr lohnt, klärt eine Wertermittlung für beide Szenarien.
Umsetzung und Abnahme
Holen Sie für jede Maßnahme mindestens drei vergleichbare Angebote ein und prüfen Sie, welche Leistungen enthalten sind. Ein Zeit- und Ablaufplan koordiniert die Gewerke, damit der Maler nicht vor dem Elektriker kommt. Kontrollieren Sie den Fortschritt regelmäßig oder beauftragen Sie eine Bauleitung. Zum Schluss gehört eine Schlussbegehung mit schriftlichem Abnahmeprotokoll, in dem alle Mängel festgehalten werden.
Fazit: Haus renovieren und Kosten im Blick behalten
Die Kosten einer Hausrenovierung reichen von etwa 100 Euro pro Quadratmeter für eine Schönheitsrenovierung bis 1.200 Euro für eine Komplettrenovierung. Entscheidend für das Budget sind Zustand, Umfang und die richtige Reihenfolge. Eine eigene Kostentabelle mit Angeboten und Puffer schützt vor Überraschungen, Förderung und Steuerbonus senken die Belastung. Wenn Sie ein renovierungsbedürftiges Haus geerbt oder gekauft haben und abwägen, ob Sie renovieren oder in Köln, Bonn oder Düsseldorf verkaufen, beraten wir Sie gern.
FAQ – Haus renovieren
Was kostet es, ein Haus komplett zu renovieren?
Eine Komplettrenovierung mit Bad, Elektrik, Fenstern und Heizung kostet meist 800 bis 1.200 Euro pro Quadratmeter. Für ein Einfamilienhaus mit 120 m² sind das rund 96.000 bis 144.000 Euro vor Förderung. Muss das Haus bis auf das Tragwerk zurückgebaut werden, liegen die Kosten deutlich höher.
Was kostet eine Renovierung bei 100 m²?
Bei 100 m² kostet eine Schönheitsrenovierung mit Streichen und neuen Böden etwa 10.000 bis 35.000 Euro. Eine Teilrenovierung mit Bad und teilweise neuer Elektrik liegt bei 40.000 bis 80.000 Euro, eine Komplettrenovierung bei 80.000 bis 120.000 Euro. Rechnen Sie jeweils 10 bis 20 Prozent Puffer ein.
Was sollte man beim Haus renovieren zuerst machen?
Zuerst eine Bestandsaufnahme, am besten mit einem Bausachverständigen. Danach werden Schäden wie Feuchtigkeit, Risse oder ein undichtes Dach behoben. Erst dann folgen Gebäudehülle, Haustechnik und Innenausbau. Wer mit Oberflächen beginnt, riskiert, dass fertige Räume später wieder geöffnet werden müssen.
Wie kann man beim Renovieren Kosten sparen?
Am meisten sparen Sie durch eine klare Priorisierung, mehrere Vergleichsangebote und Eigenleistung bei einfachen Arbeiten wie Streichen oder Tapeten entfernen. Für energetische Maßnahmen gibt es Zuschüsse von BAFA und KfW, für Handwerkerlohn lässt sich die Einkommensteuer um bis zu 1.200 Euro pro Jahr senken.
Welche Renovierungskosten kann man von der Steuer absetzen?
Im selbst genutzten Haus können Sie 20 Prozent der Handwerker-Arbeitskosten absetzen, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Energetische Maßnahmen lassen sich alternativ mit 20 Prozent der Kosten über drei Jahre geltend machen, höchstens 40.000 Euro. Bei vermieteten Häusern sind Renovierungskosten in der Regel Werbungskosten.
Wie lange dauert es, ein Haus zu renovieren?
Eine Schönheitsrenovierung ist oft in wenigen Wochen erledigt. Eine Teil- oder Komplettrenovierung dauert je nach Umfang drei bis neun Monate. Wartezeiten auf Handwerker, Materiallieferungen und Trocknungszeiten, etwa beim Estrich, verlängern die Bauzeit häufig.
Lohnt es sich, ein Haus vor dem Verkauf zu renovieren?
Eine große Renovierung lohnt sich vor dem Verkauf selten, weil Käufer eigene Pläne haben und die Kosten nicht voll im Preis zurückkommen. Kleine Reparaturen, neutrale Farben und eine gute Präsentation zahlen sich dagegen oft aus. Eine Wertermittlung zeigt, welche Variante für Ihr Haus wirtschaftlich besser ist.
Quellen:
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