Neues Heizungsgesetz 2026: Was ist geplant – und was bedeutet das für Eigentümer?
Das Thema Heizungsgesetz begleitet Eigentümer schon seit einigen Jahren und jetzt rückt es nochmal stärker in den Fokus. Denn Anfang 2026 wurde ein neues Eckpunktepapier vorgestellt, das die bisherigen Regelungen deutlich verändern könnte.
Viele Eigentümer fragen sich jetzt: Was gilt eigentlich aktuell? Was kommt auf mich zu? Und sollte ich jetzt handeln oder erst einmal abwarten?
In diesem Beitrag erhalten Sie einen klaren Überblick über die geplanten Änderungen und erfahren, was das konkret für Ihre Immobilie und Ihre nächsten Entscheidungen bedeutet.
Kurzüberblick: Das Wichtigste auf einen Blick
Wenn Sie sich schnell orientieren möchten, sind das die zentralen Punkte:
- Die 65-Prozent-Regel soll wegfallen
- Gas- und Ölheizungen bleiben voraussichtlich möglich
- Künftig zählt stärker, womit geheizt wird – nicht nur die Technik
- Funktionierende Heizungen müssen nicht ersetzt werden
- Geplantes Inkrafttreten: 1. Juli 2026
Viele Details sind aktuell noch offen und können sich im Gesetzgebungsprozess verändern.
Was aktuell gilt
Wenn vom Heizungsgesetz die Rede ist, ist meist das Gebäudeenergiegesetz (GEG) gemeint. Die zentrale Vorgabe daraus ist die 65-Prozent-Regel: Neue Heizungen sollen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden, zum Beispiel durch Umweltwärme oder Biomasse. Diese Regel gilt seit 2024, allerdings mit Übergangsfristen – etwa abhängig davon, ob es sich um einen Neubau oder ein Bestandsgebäude handelt.
Die Regel greift vor allem dann, wenn eine Heizung ersetzt wird, beispielsweise bei einem Defekt oder im Rahmen einer Sanierung. Auch Neubauten sind davon betroffen, da die Vorgaben hier von Beginn an berücksichtigt werden müssen. Wichtig ist dabei: Eine funktionierende Heizung muss aktuell nicht ausgetauscht werden.
Was sich 2026 ändern soll
Nach aktuellem Stand planen Union und SPD eine Reform des Heizungsgesetzes. Grundlage ist ein Eckpunktepapier aus Februar 2026, in dem die geplanten Änderungen festgehalten sind. Der entscheidende Punkt dabei lautet: Die bisherige 65-Prozent-Regel soll wegfallen.
Konkret bedeutet das: Heizungen wie Gas- oder Ölheizungen könnten weiterhin eingebaut werden. Statt einer festen Technikvorgabe sollen künftig sogenannte Grüngas- und Grünölquoten gelten. Das heißt, dass die eingesetzten Brennstoffe schrittweise einen höheren Anteil an klimafreundlichen Komponenten wie Biomethan oder Wasserstoff enthalten müssen. Gas bleibt damit zwar möglich, entscheidend wird aber, wie teuer diese Brennstoffe künftig sind und wie gut sie verfügbar sein werden.
Was das für Eigentümer konkret bedeutet
Wenn Ihre Heizung funktioniert und kein akuter Sanierungsbedarf besteht, müssen Sie aktuell nicht überstürzt handeln. In vielen Fällen kann es sinnvoll sein, die endgültige Gesetzeslage abzuwarten und Entscheidungen erst dann zu treffen, wenn klar ist, welche Regeln tatsächlich gelten.
Anders ist die Situation, wenn ein Heizungstausch absehbar ist, weil Sie eine Sanierung planen, eine ältere Anlage haben oder ein Neubau geplant ist. Dann sollte die Entscheidung für das passende Heizsystem gut vorbereitet sein. Denn je nach Heizsystem unterscheiden sich nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch – und vor allem – die laufenden Kosten und die zukünftigen Anforderungen.
Worauf es bei der Entscheidung wirklich ankommt
In der öffentlichen Diskussion steht oft die Technik im Mittelpunkt. Jedoch ist für Eigentümer entscheidend, welche Kosten langfristig auf sie zukommen können. Der Anschaffungspreis ist dabei nur der Anfang. Viel entscheidender ist, welche Kosten sich über die Jahre entwickeln und welche Belastung langfristig entsteht.
Dazu zählen Energie-, Wartungs- und Reparaturkosten sowie mögliche Anpassungen durch neue Vorgaben. Gerade bei Heizsystemen mit künftig steigenden Anteilen „grüner“ Brennstoffe ist noch unklar, wie verfügbar diese sein werden und zu welchen Preisen. Wir empfehlen daher, verschiedene Lösungen sorgfältig zu vergleichen und Entscheidungen nicht vorschnell zu treffen.
Hilfreich ist dabei auch ein Blick auf die Rahmenbedingungen vor Ort und mögliche Förderungen.
Wie Eigentümer jetzt sinnvoll vorgehen
Wenn Ihre Heizung aktuell einwandfrei funktioniert und kein akuter Handlungsbedarf besteht, empfehlen wir, die weitere Entwicklung im Blick zu behalten, insbesondere, bis das Gesetz endgültig verabschiedet ist. Steht hingegen ein Heizungstausch an, kommt es darauf an, die eigene Situation genau zu prüfen und die Entscheidung sorgfältig abzuwägen. Dabei können die folgenden Schritte als Orientierung dienen.
1. Eigene Ausgangslage prüfen
Wie alt ist die Heizung, wie zuverlässig läuft sie und steht in den nächsten Jahren ohnehin eine Modernisierung an? Diese Fragen geben eine erste Orientierung, ob und wann Handlungsbedarf besteht.
2. Optionen vergleichen – nicht nur technisch
Unterschiedliche Heizlösungen sollten nicht nur nach Technik, sondern vor allem nach langfristigen Kosten bewertet werden. Dazu gehören Energiepreise, Wartung, mögliche Anpassungen und Förderungen.
3. Entwicklungen im Blick behalten
Da das Gesetz noch nicht final beschlossen ist, kann es sinnvoll sein, die weitere Entwicklung zu verfolgen und Entscheidungen nicht vorschnell zu treffen. Der Gesetzentwurf ist nach aktuellem Stand für das Frühjahr 2026 geplant, das Inkrafttreten wird derzeit für den 1. Juli 2026 angestrebt. Bis dahin können sich einzelne Regelungen noch ändern.
Fazit
Das Heizungsgesetz 2026 ist noch nicht beschlossen, aber die geplanten Änderungen sind klar erkennbar. Die bisherige 65-Prozent-Regel soll wegfallen. Stattdessen wird entscheidend, wie Heizungen künftig betrieben werden – zum Beispiel mit steigenden Anteilen an klimafreundlichen Brennstoffen wie Biomethan oder Wasserstoff.
Für Eigentümer bedeutet das: Wenn die Heizung funktioniert, besteht aktuell kein Handlungsdruck. Steht jedoch ein Heizungstausch, eine Sanierung oder ein Neubau an, sollte die Entscheidung gut vorbereitet sein. Wichtig ist, verschiedene Lösungen sorgfältig zu vergleichen und dabei vor allem die langfristigen Kosten im Blick zu behalten.
FAQ – Häufige Fragen zum Heizungsgesetz 2026
Muss ich meine Heizung 2026 austauschen?
Das hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Eine funktionierende Heizung muss auch künftig nicht vorsorglich ersetzt werden. Ein Austausch wird meist erst dann erforderlich, wenn sie nicht mehr betrieben werden kann oder ohnehin eine Modernisierung ansteht.
Was passiert mit der 65-Prozent-Regel?
Nach aktuellem Stand soll die 65-Prozent-Regel wegfallen. Statt einer festen Vorgabe für die Heiztechnik sollen künftig Grüngas- und Grünölquoten gelten. Das bedeutet: Auch Gas- und Ölheizungen könnten weiter eingebaut werden, müssten aber mit einem steigenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe betrieben werden.
Sind Gasheizungen weiterhin erlaubt?
Ja, voraussichtlich schon. Allerdings mit steigenden Anteilen klimafreundlicher Brennstoffe.
Wird Heizen teurer?
Ja, voraussichtlich schon. Allerdings mit steigenden Anteilen klimafreundlicher Brennstoffe.
Lohnt sich jetzt noch eine Wärmepumpe?
In vielen Fällen ja, vor allem durch Förderungen und stabile Betriebskosten – eine individuelle Prüfung ist jedoch wichtig.
Redaktionsrichtlinien – Qualität, Transparenz & Fachkompetenz
Unsere Inhalte richten sich an Immobilieneigentümer, Käufer und Interessierte, die verlässliche Informationen suchen. Wir stehen für journalistische Sorgfalt, fachliche Kompetenz und maximale Transparenz.
- Fachliche Expertise & Erfahrung
- Verwendung geprüfter Quellen
- Transparente Darstellung
- Regionale Relevanz
- Aktualität & Verlässlichkeit
- Leserfreundlich & unabhängig












